... Fritz Straka am 20.05.2011, Flohmarkt

 

Liebe Flohmarktfreunde!

 

Lange, sehr lange habe ich über dieses Schreiben nachgedacht. Viele Entwürfe liegen im Papierkorb, weil ich die richtigen Worte nicht finden kann. Aber die nächsten Flohmarktwaren werden schon angeliefert, und es muss eine Entscheidung getroffen werden, ob bzw. in welcher Form dieser ablaufen könnte.

 

Ich habe zu diesem Zweck mit vielen Personen zum Teil intensive Gespräche geführt, und Meinungen und Möglichkeiten erörtert. Wesentlichste Ursache dieser Überlegungen waren und sind die personellen Gegebenheiten. Es wird Euch nicht entgangen sein, dass viele Flohmarktfreunde im Rahmen des letzten Flohmarkts bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit (und zum Teil darüber) gegangen sind. Einige erklärten offen, nicht zu wissen, ob sie im nächsten Jahr noch in der Lage sein werden, ihren bisher übernommenen Aufgaben nachkommen zu können, andere fielen erschöpft und krank für Tage ins Bett, einige weitere schleppten sich schon während des Flohmarktes in einer Form durch die Räumlichkeiten, dass es Gott erbarmte.

 

Ich habe daher die personellen Ressourcen aufgelistet, und das Verhältnis der Helfer in Bezug auf Anzahl, Alter und Zugehörigkeit (Gemeinde, Pfarre, Fremde) gegenüber gestellt. Von jenen 39 „Trägern“ des Flohmarktes (ich meine damit jene, welche an beiden Verkaufstagen arbeiteten) waren 29 Gemeindemitglieder, 8 Fremde (Freunde oder sonstige Flohmarktidealisten) und 2 Personen, welche der Pfarre zuzuordnen sind. Während Samstag 6 Helfer aus der Pfarre vorwiegend am Vormittag den Ansturm der Besucher zu bestehen halfen, fehlten solche Reserven am Sonntag. Wegen des hervorragenden Wetters blieb der Besucherandrang allerdings unter dem Durchschnitt, sodass es zu keinen großen personellen Engpässen kam. Der Altersdurchschnitt der o. a.  29 Gemeindemitglieder betrug fast 68 Jahre, darunter Freunde über 80 Jahre bzw. solche in den fortgeschrittenen 70 ern!

 

Trotz intensiven Bemühens in den letzten Jahren konnten keine wesentlichen Zugänge für das Flohmarktgeschehen gefunden werden. Während durch das Engagement Peter F. der Verteiltransport und auch das Wegräumen durchaus positiv gelöst werden konnte, gab es schon beim Vorschlichten Engpässe beim Heranschaffen der Flohmarktwaren. Und die Zahl jener „Tragwilligen“ sinkt zufolge Schmerzen im Bewegungsapparat laufend.

 

Ich sehe daher keine Möglichkeit, einen Flohmarkt in der bisherigen Form ausrichten zu können. Nach meiner Auffassung muss die prinzipielle Frage eines Flohmarktes diskutiert, oder andere Formen der Flohmarktdurchführung überlegt werden. Ich selbst stehe für eine Flohmarktorganisation, in welcher Form auch immer, nicht mehr zur Verfügung.

 

Ich gestehe gerne, dass mir die Unstimmigkeiten und persönlichen Frustrationserlebnisse während des letzten Flohmarktes  diese Entscheidung haben leichter treffen lassen. Ich habe mir erlaubt, mein Seelenkostüm bei der Flohmarktabschlussbesprechung auszubreiten und natürlich auch dafür meine Schelte bezogen. Die Palette reicht von schwerster persönlicher Beleidigung durch mich (inklusive Verweigerung einer weiteren Mitarbeit bei späteren Flohmärkten) bis zur Feststellung, dass die meisten der jungen Helfer von der Problematik gar nichts verstanden hätten und mein Output daher offensichtlich fehl am Platz gewesen wäre. Leider hat letztere Kritikerin in der Sache recht, doch gebe ich zu bedenken, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits 10 Tage im Dauereinsatz stand!

 

Liebe Freunde, ich habe mir diesen Schritt reiflich überlegt und erwarte von Euch, diesen zu respektieren. Ich danke allen, die mich auf diesem Weg begleitet haben und wünsche für die zukünftigen Flohmarktbemühungen Glück auf!

 Liebe Grüße!

Fritz Straka

 

<-- Zum Beginn der Seite

--> Zurück zur Übersicht